Komplexe Strukturen
Die Evaluierung von komplexen Unternehmensstrukturen kann - speziell in großen Unternehmen - notwendig sein. Neben offiziellen Hierarchien und Funktionen, die im Organigramm festgeschrieben sind, können persönliche oder/und wenig transparente Faktoren (z.B. geplante Umstrukturierungen) einen wesentlichen Faktor für Entscheidungen im Unternehmen spielen. Das kann bei einzelnen Angestellten zu Enttäuschung, Ärger und sinkender Arbeitsmotivation führen.
Führungskräfte- Coaching: Wer Verantwortung trägt, muss viele Entscheidungen treffen. Nicht alle Entscheidungen treffen bei den Angestellten auf Zustimmung. Mit Kritik umzugehen und klar zu bleiben ist nicht einfach, speziell wenn Abwägungen getroffen werden müssen, bei denen unterschiedlichen Kriterien berücksichtigt werden sollen (wirtschaftliche Zwänge, soziale Faktoren, eigene Position behaupten, etc.). Eine besondere Herausforderungen ergibt sich nach eigenen Fehlentscheidungen, da sie nicht nur mit Kritik von außen, sondern häufig zusätzlich mit Selbstkritik, Scham- oder Schuldgefühlen gekoppelt sind. In einem solchen Fall möchte ich Sie ermutigen, eigene Fehler anzuschauen und einen verständnisvollen und respektvollen Umgang sich selbst gegenüber herzustellen. In einer gute Fehlerkultur werden Fehler nicht verurteilt, sondern aus Fehlern wird gelernt und durch eine gute Analyse können zukünftig Fehlentscheidungen reduziert werden.
Unternehmen fokussieren oft allein auf die Gewinnmaximierung um im Wettbewerb bestehen zu können. Gleichzeitig zwingt der Fachkräftemangel Unternehmen dazu, die alleinige Gewinnorientierung zu überdenken und um eine Wertorientierung zu ergänzen. Wertorientierung bedeutet, dass Aspekte wie Fairness und Gesundheit am Arbeitsplatz eine Rolle spielen, um Mitarbeiter*innen längerfristig an ein Unternehmen zu binden. Dabei kann, was Menschen als "fair" erleben durchaus unterschiedlich sein. So kann "Verfahrensgerechtigkeit" höher bewertet werden als "Verteilungsgerechtigkeit" (siehe hierzu Wiek 2018: Fairness als Führungskompetenz, S. 19). Entscheidungsträger*innen müssen den Spagat zwischen den verschiedenen Anforderungen bewältigen. Das erfordert einen guten Überblick sowie eine sehr hohe soziale Kompetenz (siehe hierzu Persönlichkeitsentwicklung).
In vielen Unternehmen sind Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen angestellt. Dass die Kommunikation und Höflichkeitsregeln in jeder Kultur unterschiedlich sein können, ist hinreichend bekannt. Dennoch wird sich mit diesem Thema aufgrund von Alltagsroutinen oder Zeitdruck meist nicht hinreichend beschäftigt und Missverständnisse, Ärger und Konflikte treten auf.
Im Coaching können die verschiedene Ebenen exploriert werden
- gesamtgesellschaftliche Ebene, wirtschaftliche Situation des Unternehmens, Gesetze, Anforderungen an das Unternehmen von außen, gesellschaftliche und politische Veränderungen (z.B. KI)
- die offizielle Ebene (Organigramm), in welcher die (steile oder flache) Hierarchie, sowie Funktionen und Tätigkeiten zugewiesen werden
- die inoffizielle Ebene, welche die real gelebte Unternehmenskultur, Leistungsdruck, Fehlerkultur, kulturelle Erwartungen und Rollenerwartungen, Beförderungskriterien, Diskriminierung betrifft
- die interaktionelle Ebene, welche soziale Strukturen, Persönlichkeitsaspekte von Vorgesetzten und Teammitgliedern, Freundschaften, Sympathie und Antipathie
- die persönliche Ebene von Ihnen als Klient*in, welche Motivation, Hard- und Softskills und Persönlichkeitsfaktoren einschließt, die sich z.B. über HR- Tests oder andere Tests (siehe Assessment) erkennen lassen und Ihr Wachstumspotenzial zeigen. Veränderungen oder Belastungen der privaten Situation gehören fallen ebenso in diese Kategorie.
Mithilfe verschiedener Tools lassen sich die Ebenen gut darstellen und besser verstehen. In der Gesamtschau der Faktoren wird es Ihnen leichter fallen einen neuen Umgang mit ihrer speziellen Situation zu finden.